Haushaltsaufbesserung: Stadt Minden zwingt Autofahrer zum Falschparken

Am Montag stellten Mitarbeiter der Städtische Betriebe Minden ein Schild mit der Aufschrift "Großer Domhof dauerhaft gesperrt! Nutzen Sie bitte die Halteverbotsflächen" auf. Foto: MiPo

Am Montag stellten Mitarbeiter der Städtische Betriebe Minden ein Schild mit der Aufschrift „Großer Domhof dauerhaft gesperrt! Nutzen Sie bitte die Halteverbotsflächen“ auf. Foto: MiPo

Minden (MiPo). Die Auswirkungen der Sperrung des Parkplatzes Großer Domhof am jüngsten Verkaufsoffenen Sonntag in Minden haben sich als voller Erfolg gezeigt. Falsch parkende Autos im Umfeld der großen Parkfläche in der Innenstadt haben für sprudelnde Einnahmen in der Stadtkasse gesorgt.

„Unser Konzept beim Verkaufsoffenen Sonntag unter dem Motto ‚Minden macht mobil‘ war so erfolgreich, dass wir beschlossen haben, den Parkplatz Großer Domhof dauerhaft für Pkw zu sperren“, so ein Sprecher der Kämmerei der Stadt Minden am Montag. Die Sperrung habe dafür gesorgt, dass die in Massen in die Mindener Innenstadt strömenden Kunden mit ihren Autos geradezu zwangsläufig in den Halteverbotszonen parken mussten. Gleich mit Beginn der Sonntagsöffnung am Mittag seien verstärkt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ordnungsbehörde in die City entsandt worden, um den Falschparkern ein Knöllchen zu verpassen, erläuterte ein Stadtsprecher gegenüber der Minden-Postille das Vorgehen.

Der Kassensturz am Sonntagabend sei so überraschend gut gewesen, dass im Verwaltungsvorstand noch am gleichen Abend erörtert worden sei, wie die dauerhafte Sperrung des Parkplatzes Großer Domhof die angeschlagene Haushaltskasse der Stadt Minden aufbessern könne, heißt es aus der Stadtkämmerei. „Die Einnahmen aus der Knöllchenverteilung lagen rund 500 Prozent über den Falschparkergebühren, die an einem guten Samstag als Einkaufstag generiert werden.“ Auf diese Weise sei ein Haushaltsausgleich im Jahr 2016 kein Problem mehr, zeigten sich die Finanzexperten der Stadt im MiPo-Gespräch optimistisch.

Das Schild weist Autofahrer deutlich darauf hin, im Halteverbot zu parken. Foto: MiPo

Das Schild weist Autofahrer deutlich darauf hin, im Halteverbot zu parken. Foto: MiPo

Bereits am frühen Montagmorgen wurden die Städtischen Betriebe Minden (SBM) beauftragt, die dauerhafte Sperrung des Parkplatzes Großer Domhof kenntlich zu machen. Am Vormittag wurde im Einfahrtbereich der ehemaligen Parkfläche vor der Hauptpost ein Schild mit der Aufschrift „Großer Domhof dauerhaft gesperrt! Nutzen Sie bitte die Halteverbotsflächen. Stadt Minden -Kämmerei-“ aufgestellt. Mitarbeiter der SBM begannen am Mittag damit, die Markierungen für die Pkw-Stellflächen auf dem Parkplatz zu entfernen.

„Wie der Große Domhof zukünftig genutzt werden kann, darüber haben wir noch nicht nachgedacht“, so eine Stadtsprecherin auf Anfrage. Es sei aber umgehend am Montagvormittag die Zahl der Politessen und Politeure erhöht worden, die jetzt im Umfeld des Domhofes die falsch parkenden Pkw-Fahrer erfassten. Die Stadt weiter: „Wir überlegen außerdem, auch den Großparkplatz Kanzlers Weide und das Parkhaus Marienwall zu sperren, damit zukünftig noch mehr Autofahrer falsch parken.“

Der Bund der Steuerzahler begrüßte am Montag in einer ersten Stellungnahme das Vorgehen in Minden: „So funktioniert eine Haushaltssanierung durch das eigene Engagement der Stadt, ohne dass gleich irgendwelche Grundsteuern erhöht werden.“ Das Verhalten der Stadt Minden sei geradezu vorbildlich für andere Kommunen mit Haushaltsproblemen.

Autor: © Hans-Jürgen Amtage | Vorsicht, Satire!

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