RegioPort Minden: Baustellenschiffe passen nicht unter Kanalbrücken her

Das Planungsgebiet für den RegioPort Weser an der Landesgrenze zu Niedersachsen. Luftbild: (c) Edwin-Dodd.com

Das Planungsgebiet für den RegioPort Weser am Mittellandkanal in Minden an der Landesgrenze zu Niedersachsen. Luftbild: (c) Edwin-Dodd.com

Minden (MiPo). Schwere Panne bei den Vorbereitungen für den Bau des RegioPorts Weser in Minden. Ingenieure des Planungsbüros „Kanalbrücken für jeden Zweck“ in Köln haben bereits am Aschermittwoch festgestellt, dass die für den Ausbau des neuen RegioPorts notwendigen Bauschiffe nicht unter den bestehenden Brücken des Mittellandkanals durchpassen. Das wurde erst heute bekannt.

Wie Brückenbau-Ingenieur Walter Britsch gegenüber der Minden-Postille erklärte, sei das Problem deutlich geworden als die Auschreibungen für Baumaterial und Antransport der Materialien vorbereitet wurden. „Wir konnten es zuerst nicht glauben, aber die Kanalbrücken des Mittellandkanals im Kreis Minden-Lübbecke sind nahezu alle rund sieben Zentimeter niedriger als die Mindesthöhe vorgeschrieben ist“, so der Fachmann. „Ein Problem, das wir jetzt im wahrsten Sinne des Wortes umschiffen müssen.“

So sei geplant, die notwendigen Bauschiffe im Bereich einer Werft in der Nähe von Wolfsburg fachgerecht zerlegt und dann mit Schwertransportern auf der Straße zum Planungsgebiet RegioPort gebracht werden. „Wir hoffen, dass dieses alles im vorgesehenen Zeitplan erledigt werden kann.“ Wir hoch die Mehrkosten für das Millionen-Projekt seien, die durch das Brückenproblem hervorgerufen würden, könne noch nicht beziffert werden. „Fakt aber ist, das wird nicht billig.“

Der neue Hafen „RegioPort Weser“ entsteht in einem Gebiet, das gleichzeitig die Stadtgrenze zwischen dem nordhrein-westfälischen Minden und dem niedersäschischen Bückeburgdarstellt. Im Osten befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft das Areal des Schütt- und Stückguthafens Bückeburg-Berenbusch, der ertüchtigt werden soll.

Geplant ist, den etwa 14 Hektar großen Hafen im Jahr 2017 in Betrieb gehen zu lassen – nach rund elf Jahren Vorbereitungszeit. Der RegioPort Weser ist als trimodaler Umschlagplatz geplant und soll von Wasser, Straße und Gleis erreicht werden können. Notwendig wird er aus Sicht der Verantwortlichen, weil die vorhandenen Hafenkapazitäten in Minden nicht mehr ausreichten und der RegioPort auch von den neuen Großmotorschiffen (GMS) mit einer Länge von 110 Metern angefahren werden könne. Die Großschiffe wickeln den Gütertransport von den Seehäfen auf dem Mittellandkanal ab. Die Realisierung des ersten Planungsabschnittes kostet rund 21 Millionen Euro und wird zu etwa 80 Prozent von der öffentlichen Hand gefördert.

Seit Bekanntwerden der Planungen für das Großprojekt hat sich Widerstand unter dem Motto „Regioport – Nein, danke!“ organisiert. Kommentar von Ingenieur Walter Britsch: „Das Brückenproblem dürfte Wasser auf die Mühlen der Bürgerinitiative sein.“

(c) Minden-Postille.de – Nachrichten aus der Provinz | Autor: Hans-Jürgen Amtage | Vorsicht, Satire!